KTSV Preussen 1855 Krefeld – Hubert-Houben-Kampfbahn: Unsere Geduld ist am Ende
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Hubert-Houben-Kampfbahn: Unsere Geduld ist am EndeGeduldEnde

Seit Jahren warten wir auf eine zeitgemäße Sportanlage. Seit knapp einem Jahr können wir unsere eigene Sportanlage nur noch stark eingeschränkt nutzen. Und jetzt gibt es erneut keinen Termin für den dringend benötigten Kunstrasenplatz.

Am 16. September hat uns die Stadt Krefeld darüber informiert, dass sich der geplante Baubeginn für den Kunstrasenplatz erneut verschiebt – diesmal auf unbestimmte Zeit.

Als Grund nennt die Stadt eine schallschutztechnische Untersuchung. Daraus habe sich weiterer Klärungsbedarf ergeben. Auch die Bezirksregierung Düsseldorf müsse nun einbezogen werden. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird und wann die Arbeiten tatsächlich beginnen können, könne derzeit nicht seriös gesagt werden.

Wir nehmen diese Begründung zur Kenntnis. Zugleich erwarten wir eine transparente Kommunikation darüber, welche konkreten Auswirkungen sich daraus für den weiteren Zeitplan, die Planung und die Umsetzung des Projekts ergeben.

Die angekündigten Gespräche mit den betroffenen Vereinen, dem Bürgerverein und der Bezirksregierung Düsseldorf begrüßen wir ausdrücklich. Als unmittelbarer Nutzer der Anlage erwarten wir, frühzeitig und verbindlich in die weiteren Gespräche und Entscheidungen einbezogen zu werden.

Damit gibt es wieder einmal keinen belastbaren Termin.

Und das nach Jahren der Planung und immer neuen Verschiebungen.

Eine Geschichte voller Verschiebungen

Die Sanierung der Hubert-Houben-Kampfbahn ist kein neues Projekt. Bereits 2019 kündigte die Stadt eine umfassende Sanierung für rund 3,5 Millionen Euro an. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2021 vorgesehen.

Nach mehreren Jahren der Planung beschloss der Rat der Stadt Krefeld am 28. März 2023 einstimmig die Sanierung nach der sogenannten Variante 2. Vorgesehen waren unter anderem ein großer Kunstrasenplatz, eine neue Leichtathletikanlage sowie die Sanierung der Gebäude und Sportlerbereiche.

Auch die städtischen Unterlagen zeigen, wie lange das Projekt bereits geplant wird. Noch im Mai 2025 wurde für die Sanierung der Hubert-Houben-Kampfbahn ein Projektende im Februar 2027 ausgewiesen.

Doch statt endlich bauen zu können, folgte eine weitere Verschiebung nach der anderen.

  • 2019: angekündigte Fertigstellung bis 2021
  • 2023: einstimmiger Ratsbeschluss für die Sanierungsvariante
  • 2025: der Baustart wird erneut verschoben
  • 2026: zunächst Juli/August, dann Ende Oktober als neuer Termin
  • 16. September 2026: erneut kein Termin – der Baustart ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben

Und gleichzeitig fehlt uns seit fast einem Jahr die Tribüne

Besonders dramatisch ist die Situation für unseren täglichen Sportbetrieb.

Im November 2025 wurde die historische Tribüne aus Sicherheitsgründen gesperrt. Nach Untersuchungen war die Tragfähigkeit des Tribünendaches nicht mehr gewährleistet. Die Stadt bestätigte bereits im Januar 2026 offiziell, dass die Sperrung deshalb zwingend erforderlich war.

Damit stehen uns auch die in der Tribüne untergebrachten Umkleiden, Duschen und Lagerräume nicht mehr zur Verfügung.

Für einen Fußballverein ist das keine Kleinigkeit. Es bedeutet massive Einschränkungen beim Training und keinen Spielbetrieb mehr auf der heimischen Anlage – und das inzwischen seit fast einem Jahr.

Die Situation ist umso bitterer, weil die Tribüne selbst Teil des denkmalgeschützten Ensembles der Hubert-Houben-Kampfbahn ist. Die Anlage wurde 1925 errichtet; die Tribüne mit ihren Umkleide- und Sanitärräumen steht unter Denkmalschutz.

Im Juli 2026 kam dann die nächste ernüchternde Nachricht: Die Untersuchungen hatten ergeben, dass die historische Tribüne aufgrund der weit fortgeschrittenen Schäden nicht mehr saniert werden kann und nach Einschätzung der Experten abgerissen werden muss.

Was bedeutet das für unseren Verein?

Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geduld bewiesen.

Wir haben immer wieder Verständnis für Planungsprozesse, Genehmigungen, Gutachten und notwendige Untersuchungen aufgebracht.

Aber irgendwann ist die Grenze erreicht.

Seit über fünf Jahren warten wir auf den Kunstrasenplatz.
Seit knapp einem Jahr fehlen uns Umkleiden und Duschen.
Und jetzt wissen wir noch nicht einmal, wann die Arbeiten überhaupt beginnen können.

Dabei geht es nicht um irgendein Bauprojekt.

Es geht um die sportliche Zukunft unseres Vereins.

Unsere Fußballabteilung hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Über fünf Jahre hinweg konnten wir die Mitgliederzahlen kontinuierlich steigern. Jetzt erleben wir erstmals einen Rückgang.

Das kommt nicht überraschend.

Kinder und Jugendliche, Spielerinnen und Spieler, Trainer, Betreuer und Eltern brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Ehrenamtliche brauchen das Gefühl, dass sich ihr Engagement lohnt und dass ihnen die notwendigen Sportstätten zur Verfügung stehen.

Stattdessen erleben wir seit Jahren Verzögerungen und immer neue Ungewissheiten.

Die nun angekündigte erneute Verschiebung verschärft diese Situation zusätzlich. Sie verlängert die Unsicherheit für unsere Mitglieder und Ehrenamtlichen und erschwert die sportliche, organisatorische und finanzielle Planung des Vereins erheblich.

Wir fühlen uns allein gelassen

Was uns dabei besonders enttäuscht: Die zahlreichen Menschen, die sich bei Preussen ehrenamtlich engagieren, haben zunehmend das Gefühl, machtlos vor den Entscheidungen und Abläufen der Verwaltung zu stehen.

Wir wissen, dass nicht jede Verzögerung von einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt verursacht wird. Wir wissen auch, dass Genehmigungen, Denkmalschutz, Bauvorschriften und Schallschutz berücksichtigt werden müssen.

Aber wir erwarten von der Stadt Krefeld, dass sie für die Nutzer ihrer Sportanlagen Lösungen findet und Projekte auch entsprechend vorantreibt.

Und wir erwarten vor allem Transparenz, Verlässlichkeit und konkrete Perspektiven.

Vor dem Hintergrund des derzeit offenen Baubeginns erwarten wir zeitnah einen aktualisierten, nachvollziehbaren Fahrplan mit den nächsten Projektmeilensteinen, den jeweiligen Zuständigkeiten und einem klaren Zeitpunkt für die nächste belastbare Information an die betroffenen Nutzer.

Andere Projekte sind längst fertig

Für uns ist schwer nachvollziehbar, dass andere Kunstrasenprojekte in Krefeld – unter anderem bei SuS Krefeld und CSV Marathon – inzwischen abgeschlossen sind, während wir an der Hubert-Houben-Kampfbahn weiterhin nicht wissen, wann überhaupt mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Wir stellen dabei ausdrücklich nicht die Investitionen in andere Vereine infrage.

Wir fragen vielmehr: Wann ist endlich unsere Sportanlage an der Reihe?

Unsere Geduld ist am Ende

Wir haben lange auf Gespräche, Abstimmungen und neue Termine gesetzt.

Jetzt müssen wir einen anderen Weg einschlagen.

Der KTSV Preussen 1855 wird deshalb juristischen Beistand hinzuziehen, um prüfen zu lassen, welche Möglichkeiten der Verein hat, seine berechtigten Interessen gegenüber der Stadt Krefeld geltend zu machen und endlich mehr Verbindlichkeit zu erreichen.

Das ist kein Schritt, den wir leichtfertig gehen.

Aber wir sind davon überzeugt, dass wir ihn unseren Mitgliedern, unseren Kindern und Jugendlichen, unseren Trainern und Betreuern und allen ehrenamtlich Engagierten schuldig sind.

Denn eines ist für uns klar:

Wir wollen keine weiteren Vertröstungen.

Wir wollen eine Perspektive für unsere Sportlerinnen und Sportler.
Wir wollen endlich wieder vernünftige Bedingungen für unseren Sport.
Und wir wollen wissen, wann es auf der Hubert-Houben-Kampfbahn weitergeht.

Nach Jahren des Wartens muss jetzt endlich gehandelt werden.

Das Präsidium und der Fußballvorstand des KTSV Preussen 1855

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